Alles im Leben hat seine Zeit

Einer der wichtigsten Lektionen, die ich in meinem Leben gelernt habe, ist wohl die Folgende „Das Leben ist kein Sprint“. Die meisten werden sich sicherlich Fragen, was genau damit gemeint ist und was das mit Sport zu tun hat. Nun ja, eigentlich ist das mit dem Sport eher eine Metapher. Was wird also mit dieser Aussage gemeint und was soll das genau bedeuten?

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Das Leben ist für uns alle ein kostbares Gut. Das Leben wird aber vor allem kostbar durch die begrenzte Zeit, die uns geschenkt wird. Durch diese begrenzte Ressource Zeit haben wir alle das Gefühl, dass wir schnell sein müssen. Zum einen gibt es die kurzfristigen Themen. Wir müssen uns in der Arbeit beeilen, um unsere täglichen Aufgaben zu erledigen. Wir müssen unseren Tagesablauf genau planen, damit wir das Gefühl haben, den Tag so gut es geht genutzt zu haben. Wir haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir uns abends müde vor den Fernseher setzen und eigentlich genau wissen, dass wir noch eine Runde Sport einlegen könnten bzw. sollten. Zum anderen gibt es die langfristigen Themen. Wir wollen alle langfristig unseren Job gut machen und beruflich aufsteigen. Wir alle wollen eines Tages so viel verdienen, damit wir uns unser Eigenheim finanzieren können. Wir alle wollen irgendwann eine Familie gründen und glücklich sein. Wir haben alle so unendlich viele Träume und Wünsche und wir wollen am liebsten alles gestern schon erreicht haben.

Wie am Anfang schon erwähnt, ist das Leben kein Sprint. Uns allen ist bewusst, dass wir nicht ewig leben und unsere Lebenszeit Tag für Tag ein wenig verkürzt wird. Wir wissen alle, wie kostbar Zeit ist und vergeuden sie dennoch jeden Tag so unbedacht, dass es uns eigentlich wehtun müsste. Was gibt es den Schlimmeres als die begrenzte Zeit, die wir haben, sinnlos zu verschwenden. In einem Buch von Bodo Schäfer habe ich mal einen schönen Spruch gelesen „Die Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr alles schaffen können, aber sie unterschätzen auch, was sie in zehn Jahren erreichen können“. Dieser Spruch hat eindeutig den Grundstein für meinen Glaubenssatz zu „Das Leben ist kein Sprint“ gelegt.

Wir alle vergleichen uns jeden Tag mit anderen Menschen. Meist sind es Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen. Wir stehen in ständiger Konkurrenz zu diesen Personen, auch wenn wir das nicht offen zugeben würden oder es wahrhaben wollen. Sei es das neue Auto, mit dem ein Arbeitskollege vorfährt. Das Haus, dass die Freundin nun mit ihrem Mann baut. Die Verlobung des Bruders oder das erfolgreiche Geschäft eines Freundes. Wir messen uns jeden Tag mit Menschen und wollen nicht in ihrem Schatten stehen. Nein, wir möchten einfach besser, schneller und erfolgreicher als alle anderen sein. Das ist im ersten Moment auch gar nicht verwerflich, denn das treibt uns Menschen eben an. Nur wenn dieser Drang oder Ehrgeiz krankhaft wird bzw. wir alles sofort erzwingen wollen, dann ist das einfach unschön. Das raubt uns nicht nur enorme Kräfte, sondern vernebelt auch den Blick auf die vielen schönen Dinge, die man schon erreicht hat oder schon im Besitz ist. Hierzu ein paar wichtige Punkte

  1. Man sieht meist nur nach oben: Während man auf das Haus der Freundin, das neue Auto von dem Arbeitskollegen oder dem erfolgreichen Geschäft des Freundes blickt, übersieht man die eigenen tollen Leistungen, die man selbst bisher erbracht hat. Man übersieht schnell die eigene glückliche Beziehung, die man führt. Den erfüllenden Job, den man hat. Die Gesundheit und die Fähigkeit, alles zu tun, worauf man Lust hat. Wir blicken immer nach oben, leider viel zu selten nach unten. Wir wollen immer mehr und sind selten mit dem zufrieden, was wir haben.
  2. Wir übersehen oft einen ganz wichtigen Aspekt: Wir sehen immer nur einen kleinen Ausschnitt des Lebens, des Erfolgs oder Reichtum anderer Menschen. Genauer gesagt, wir sehen nur das, was wir sehen sollen. Wir machen es selbst ja nicht anders. Wenn man ausgeht, zieht man ja auch die schönsten Kleidungsstücke an. Wenn man zu einem Geburtstag eingeladen ist, wäscht und putzt man ja vorher auch sein Auto. Man selbst erzählt ja auch nur von den schönen Dingen im eigenen Leben und nicht die Katastrophen, die einem jeden Tag passieren. Damit meine ich, wir sehen nie das ganze Bild, sondern immer nur einen winzigen Teil. Keiner weiß, ob der Arbeitskollege sich das neue Auto gekauft hat, um sich von einer schmerzvollen Erfahrung abzulenken. Keiner kennt die Mühen und Sorgen, die eine junge Familie beim Hauskauf/Hausbau ertragen musste. Ebenso wissen wir nicht, wie erfolgreich der Freund wirklich ist? Oder wie viele Jahre er für diesen Erfolg geschuftet hat, um nun endlich ein wenig seine Lorbeeren genießen zu können.
  3. Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns bleibt: Jeder Mensch hat in seinem Leben eine begrenzte Zeitspanne, die er mit Leben füllen sollte. Jeder Einzelne von uns wird unterschiedlich alt werden. Manch einer hat Glück und wird über 80, manch einer stirbt mit 33 bei einem Autounfall. Manch einer ist reich, bekommt aber mit 40 Krebs. Ein anderer wiederum ist zwar arm, aber gesund und munter mit 74. Damit meine ich nur, weil einer heute besser dasteht als du, bedeutet das nicht, dass dies auch so bleibt. Alles und ich meine wirklich alles kann sich von heute auf morgen ändern. Es gibt keine Garantie für Gesundheit, Erfolg oder für das Glücklichsein. Alles, was heute ist, kann morgen schon der Vergangenheit angehören. Daher genießt jeden Moment mit dem, was ihr habt, alles andere ist pure Zeitverschwendung.

Ich möchte hier noch mal darauf aufmerksam machen, dass man nicht nach Größerem streben sollte. Vielmehr will ich damit sagen, dass man auf dem Weg zu seinen Zielen sich nicht von anderen Menschen und deren Umständen oder Hab und Gut ablenken lassen sollte. Wer weiß schon, was hinter der Fassade steckt. Ich denke, wir würden mit den meisten nicht tauschen wollen, wenn wir wüssten, was wirklich in ihrem Leben alles passiert. Also beim nächsten Mal, wenn ihr euch ärgert oder euch erwischt, wie der Neid hochkommt. Denkt daran, das Leben ist kein Sprint und alles hat seine Zeit.

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Beste Grüße, Ihr Ümit Kocyigit

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2 Kommentare zu „Alles im Leben hat seine Zeit

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